
Raupe und Wurm
Winde mich
mein Körper bebt
unter achtlosen Tritten
hab mich verkrochen
tief ins Dunkel
der Erde
Sterbe ich
unter Schmerzen
gebär ich mich selbst
aus Blut und Tränen
entsteht
ein neues ich
Löse mich
aus engem Raum
verlasse zitternd
modrigen Boden
durchstoße die Grenze
der Angst
Strecke mich
spanne die Flügel
suche das Licht
atme tief
spüre erwachend
der Sonne Strahl
Tanze auf Blüten
trink süßen Nektar
verzeih dir
die Ignoranz
sieh, ich kann fliegen
doch du
bleibst ein Wurm

Dunkle Tage
Diese Tage sind dunkel
Schatten kriechen aus den Ecken
liegen schwer
auf müden Schultern
Diese Tage sind lang
übergangslos
ist der Weg
in die Nacht
Diese Tage sind kalt
Die Hitze
des Sommers
erreicht mich nicht
Diese Tage sind Weisheit
Die Nebel
der Illusionen
sind zerrissen
Diese Tage sind Trauer
und Tränen
habe etwas verloren
was ich wohl nie besaß
Diese Tage sind schwer
dunkle Gedanken zwingen mich
zurück in den Sumpf
der Gleichgültigkeit
Diese Tage sind bitter
sehne mich
nach der Süße
deiner Zärtlichkeit
Diese Tage sind klug
lerne zu leben ohne dich
doch niemals kann ich leben
ohne dich zu lieben

Dunkle Schwester
Verborgen
vor aller Augen
ist Verzweiflung und Trauer
doch sieh
meine Schwester
weint
Hörst du
mein Silberlachen
erkennst du nicht
es ist
die Maske
der wilden Frau
Zeige dir
nur Stärke
Gelassenheit
nicht
das scharfe Schwert
der Einsamkeit
Glänzende Augen
täuschen dich
verstecken
den nassen Schimmer
bezwungener
Tränen
Bist du gekommen
zu töten
meine Seele
willst du zerstören
was an Illusion
mir blieb
Ich kenne dich
dunkle Schwester
dein grausig
Geheimnis
ist
meine Realität

Tag und Nacht
Erwache am Morgen
kämpfe Dunkelheit nieder
unterdrücke den Schmerz
der aufsteigen will
zwing mich in den Alltag
verdränge Gedanken
funktioniere perfekt
bin eine Maschine
Ein Blick
eine Stimme
ein fremdes Gesicht
zerrt erbarmungslos
die Erinnerung ans Licht
atme tief
will nicht an dich denken
lenke mich ab
zeig mich gefühllos und kalt
Zieh mich zurück
bin wie die drei Affen
die nicht sehen
nicht sprechen
nicht hören
trage dein Messer im Herzen
halte still
sonst tötet es mich
will dich so gerne hassen
für das was ich bin
Doch in der Zeit des Übergangs
zwischen Wachen und Schlaf
bin ich wehrlos
die Geister der Sehnsucht
fallen über mich her
kann dich sehen
dich schmecken
dich fühlen
dich hören
lass mich fallen in Träume
die es schon lang nicht mehr gibt
will nicht mehr erwachen
schließe fest die Augen
weiß nicht wo ich bin
das Gesicht nass von Tränen
liebe dich
bei Tag und bei Nacht
weil ich bin was ich bin

Mephistos Beute
Warum weinst du?
Jetzt
da es zu spät
das Feuer erloschen
die Glut verkohlt
die Hoffnung gestorben
Am Abgrund zur Hölle
sehe ich dich stehen
verzweifelt
angstbesetzt
die letzte Chance
vertan
Die Seele verkauft
Leben geopfert
Hoffnung zerstört
Liebe missachtet
Herzen gequält
Mephistos Beute
Am Ende der Tage
suchen leere Hände
die faulen Früchte
eines Lebens
Traum ohne Inhalt
Leben ohne Sinn
Erinnerung ohne Wert
Herz ohne Liebe
Sag mir, warum weinst du
jetzt ?

Ende der Zeit
Dunkles Grün uralter Tannen
verbirgt
der Sonne Licht
bricht goldene Streifen
durch Nebel und Tau
geh ich
allein
Das Singen der Vögel
erreicht nicht
mein Ohr
verschlossen
ist mein Herz
gebrochen
entzwei
Verschmähe die Jahre
der Weisheit
bin ich
müde
ohne Antwort
ist geblieben
der Tag
Dunkelheit such ich
scheue das Licht
für immer
will ich
versinken im Moor
warten
auf das Ende der Zeit

Fürchte die Nacht
Tief aus dem Dunkel der Seele
dringen Worte
formen Sätze
abscheulich und fremd
für dich
mein Freund
Entfesselte Kräfte
drängen mit Macht
nach Außen
wollen verletzen
morden
vernichten
Genährt aus Verdammnis
lodert ein Feuer
unlöschbar
heiß und verzehrend
glühend
eiskalt
Gezeugt und geboren
aus heißer Asche
Tochter der Hölle
gnadenlos
ohne Furcht
vor dem Morgen
Fürchte die Nacht
das Gewissen schläft
nicht immer
kann ich schützen
was mein Herz
doch liebt

Unendlichkeit
Heiße Küsse auf heißer Haut,
ein Mund, so neu und doch so vertraut,
flüstert Worte, die meine Seele berühren.
Suchende Hände, streichelnd und zart,
es nimmt mir den Atem, es offenbart
deine Sehnsucht nach mir.
Blicke, die sich ineinander versenken,
mein ganzes Sein will ich dir schenken
aus unendlicher Liebe.
Körper, die sich verbinden in zärtlichem Tanz,
Herzen vereint im Blütenkranz
fliegen ins Paradies.
Deine Miene ist so verletzlich und weich,
Deine Lippen zittern und ich begreif
die Macht des Augenblicks.
Dein Herz klopft laut an meiner Brust,
empfindsam und zart trotz aller Lust,
so wahr und lebendig.
Dies ist der Moment, in dem zu Sterben sich lohnt,
in dem du ahnst, dass am Horizont
die Unendlichkeit ist.

Kaltes Herz
Schwarze Tentakel
wuseln
klebrig und kalt
mit fühlenden Fingern
suchend
durch das tiefe Tal
meiner Gedanken
Schwarze Netze
fangen
heimlich und schnell
mit boshaftem Lachen
zielsicher
den erbärmlichen Rest
meiner Liebe
Schwarze Mäuler
fressen
gierig und geil
mit sabberndem Geifer
spielend
das blutende Häuflein
meiner Seele
Schwarze Gedanken
gewinnen
zornig und scharf
mit tödlichem Ernst
schicken
vergiftete Pfeile
zu Dir
Verräter
Schwarzer Schatten
schlägt
dunkel und heiß
die dumpfe Trommel
zählt
im Takt
die letzten Schläge
deines Herzens
so kalt

Der Spiegel
Siehst du nicht
hinter dir
aufsteigende
Teufel und Dämonen
geboren
verstoßen
ins Dunkel
von dir
Siehst du nicht
hinter dir
aufwallende
Schatten und Nebel
schreien
gieren
nach Liebe
von dir
Siehst du nicht
hinter dir
gequälte
Söhne und Töchter
missachtet
ignoriert
gezeugt
von dir
Siehst du nur
vor dir
im Spiegel
Ausgeburten der Hölle
angstbesetzt
denkst du
dabei
an mich
Sieh doch nur
Teufel und Dämonen
tragen
deine Farben
ich bin nur
ein Spiegel

Wind in seinem Haar
Träumte heut` Nacht
von vergangenen Zeiten
einer anderen Welt
einem anderen Leben
Ging durch tiefe Wälder
unendliche Weiten
trockene Gräser
singen im Wind
Felsen steil und bizarr
drohen gen Himmel
blinkende Sterne
ein silberner Mond
Schattenspiel im Licht
Pferd und Reiter
verschmolzene Einheit
von Ruhe und Kraft
Wächter des Friedens
einsam und stolz
fühle Begehren
nach samtiger Haut
Möchte berühren
die glänzende Flut
blauschwarzer Haare
Vier Federn zur Zier
Doch dunkle Augen
sehen mich nicht
bin heute Nacht
nur Wind in seinem Haar

Liebe
Wie könnte eine Liebe enden,
die niemals begonnen hat?
Sie war schon immer da,
war schon immer Teil meiner Seele
seit Beginn der Zeit
Dir zu begegnen, ist wie erinnern.

Die letzte Stunde
Wenn sich die dunklen Schwingen der letzten Nacht über dich senken,
wirst du dann deinen Frieden finden?
Wenn die Engel der letzten Stunde an deiner Seite stehen,
wird dann deine Seele frei sein zu fliegen, wohin sie will?
Wenn du zu den dumpfen Trommeln das letzte Mal getanzt hast,
kannst du dann deinen Schmerz umarmen und ihn annehmen als einen Geliebten?
Wenn die letzten Silberstrahlen des Mondes deinen Körper streicheln,
bist du dann bereit, deine Schuld loszulassen und dir zu verzeihen?
Wenn du das Glas deines Lebens bis zur Neige geleert hast,
schmeckst du dann immer noch die Bitterkeit deiner Erinnerungen?
Wenn die letzte Träne aus deinen Augen rinnt,
kannst du dann das dahinter verborgene Lachen spüren?
Wenn die Schatten dieser Stunde das letzte Licht verschlingen,
wird dann das Licht deiner Seele die Dunkelheit erhellen?
Wenn du zusammen mit dem Nachtvogel in den Himmel steigst,
wird dann dein Herz wieder singen können?
Wenn dein Traum vom Paradies zur letzten Realität wird,
kannst du dann wieder deinem Gott vertrauen?
Wenn der letzte Kuss deines Geliebten deine Lippen wie Samt berührt,
weiß dann deine Seele von der Ewigkeit?
Wenn du die goldene Pforte zur Unendlichkeit durchschritten hast,
wenn alles Schwere hinter dir zurückbleibt,
wenn dein Herz voller Liebe und Demut ist,
wenn du dem Leben verziehen hast,
dann wirst du wissen.

Blüten welken
Verwesender Geifer
aus faulendem Mund
nässt meine Haut
mit stinkenden Tropfen
ätzend und heiß
ist sein Atem
auf meinem Busen
so weiß
Geborstener Grund
zeigt einen Weg
direkt aus der Hölle
hin zu mir
grauenhaftes Wesen
heißt mich
willkommen
Blüten welken
in meiner Hand
halte ich
vergangenes Leben
Tod und Verdammnis
greifen
nach meiner Seele
so rein
so nimm mich
hässlicher Tod
leite mich
hin zum Verderben
will ich
in Sünde
vergehen

Für Raoul, der nur an Lügen glaubt
Halt in der Hand ein rostig Messer
werde es putzen, dann flutscht es besser
Mit diesem feinen Messerlein
fahr ich ganz tief in dich hinein.
Es wird in deinen Därmen wühlen,
tausend Schmerzen sollst du fühlen.
Kein Mitleid hab ich mit dir Schwein.
Du hast geschworen, du bist mein.
Doch einer sagt, es sind nur Lügen,
du würdest mich doch nur betrügen.
Was schwallst du mir von ewiger Treue?
Sieh doch nur, wie ich mich freue,
wenn dein Blut zu Boden rinnt.
Jetzt ruf ich noch den Hund geschwind.
Soll er an deinem Blut sich laben,
ich will dich nie mehr bei mir haben.
Bis jetzt hat Hundchen mich beschützt,
mal sehen, zu was er sonst noch nützt,
denn auch dies hat er empfohlen,
sich in der Not ein Tier zu holen.
Denn dieses würde niemals lügen,
sich brav an meine Seite fügen.
Alles Lüge, alles Dreck,
ohne Hoffnung, ohne Zweck.
Er sagt, es gibt gar keine Liebe,
es sind nur die verdammten Triebe.
Damit, mein Freund, ist leider Schluss.
Ich mach dir den
Garaus-
Ende Verdruss.

Blutrote Rosen
Wispernde Dunkelheit
verschlingt
letzte
verglühende Strahlen
der sterbenden Sonne
im Abendlicht
Dunkles Wesen
erwacht
aus toten Ecken
kriecht heimlich und leise
die Vision
deiner Angst
Blutrote Rosen
bedecken wie Lügen
mein Grab
wurmige Erde
gebiert
schmerzenden Hass
Meine Seele
hungert
nach Blut
sucht den klopfenden Puls
im steten Strom
des Lebens
Fürchte mich
ich besitze die Macht
ergreife dich Pharisäer
schicke dich
jede Nacht
in deine Hölle
Meine Zeit kommt
sieh
meine toten Augen
mit letztem Blick
wirst du erkennen
dein Verderben
bin ich

Die Lerche
Hinter dem Schmerz
tanzt Einsamkeit
nach den Klängen
der Sehnsucht
Nach der Liebe
geht Hoffnung
einen einsamen Weg
ins Vergessen
Zwischen den Worten
ist Leere
vergebliche Suche
nach Sinn
Vor dem Leben
ist der Tod
ein dunkler Fluss
aus pulsierendem Blut
Unter tiefen Wunden
zittert leicht
die stumme Flamme
der Vergebung
Mitten in dir
schlägt ein Herz
im Takt
der Zukunft
Über Allem
das leise Lied
der Lerche
am Morgen

Der Schrei des Falken
Was machst du
wenn du erkennst
das Grau
des erwarteten Morgens
ist nicht
das Versprechen
eines lichtvollen Tages
sondern der Übergang
in die erneute
ewige Dunkelheit
Und der Schrei des Falken
ist das einzig Lebendige
deiner schwarzen Träume
